Dushi Curacao: Ein Stück Niederlande in der Karibik

Curacao Handelskade Willemstad

Willemstad

Nach unserem zweiten Seetag erreichten wir nun die erste der ABC-Inseln, Curacao. Die Insel ist bekannt für den gleichnamigen Likör „Blue Curacao“ und gehört zusammen mit der Nebeninsel „Klein Curacao“ zum Königreich der Niederlande. Curacao ist Teil der Inseln unter dem Winde, genau wie Aruba und Bonaire. Hier liegen die Temperaturen das ganze Jahr über im sommerlichen Bereich (Die Durchschnittstemperatur liegt bei 27°C). Lediglich ein leichter konstanter Wind sorgt dafür, dass es nie zu heiß wird. Die Inseln stehen außerdem nicht unter dem Einfluss des Nordost-Passats und befinden sich somit außerhalb des Hurrikan-Gürtels. Auf Cuaracao, Bonaire und Aruba kann man das ganze Jahr über Urlaub machen und dem deutschen Schmuddelwetter entkommen. Klingt schon mal gut, oder? 🙂

Vor unserer Kreuzfahrt habe ich ehrlich gesagt noch nie so wirklich von den ABC-Inseln gehört. Jedenfalls waren sie nie so präsent, wie beispielsweise die Dominikanische Republik. Umso gespannter war ich also auf das kleine Holland in der Karibik.

Punda auf Curacao

Gleich nach dem Frühstück machten wir uns wieder auf den Weg vom Schiff in die Stadt, genauer gesagt in die Altstadt „Punda“. Hier begannen die Holländer 1634 nach der Eroberung Curacaos mit der Errichtung ihrer Stadt. Punda ist der historischste Teil von Willemstad, wo sich viele Märkte und Geschäfte befinden. Hier kann man ganz gemütlich durch die vielen kleinen Gassen schlendern und fühlt sich ein klein wenig wie in Amsterdam.

Am Hafenterminal befindet sich eine kleine Parkanlage, die über einen schönen Weg quer durch die „Renaissance Shopping Mall“ führt. Diese grenzt direkt an das Renaissance Curacao Resort & Casino, dessen Pool man auch schon vom Schiff aus sehen konnte. Darauf folgt auch noch die Rif Fort Shopping Mall, durch die man dann aber endlich zur Uferstraße gelangt. Hier merkt man schon, dass Curacao sehr europäisch ist und weiter entwickelt als beispielsweise die Städte auf Grenada oder Guadeloupe.

Curacao Ausblick

In der Hauptstadt von Curacao, Willemstad, findet man wunderschöne bunte Gebäude aus drei Jahrhunderten. Die Innenstadt mit ihren süßen Bauten im Kolonialstil gehört sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dass die Häuser auf Curacao alle so schön bunt sind, hat einer Legende nach ein einstiger Gouverneur der Insel zu verantworten. Diesem schmerzte das grelle Weiß der Fassaden so stark in den Augen, dass er unter starken Kopfschmerzen litt und kurzer Hand anordnete alle Häuser bunt zu streichen. Allerdings besaß eben dieser Gouverneur eine Farbfabrik und konnte so einen großen Gewinn verzeichnen.

Willemstad Häuser

Ob Mythos oder Wahrheit, die Stadt gewinnt dadurch unglaublich an Charme und die bunten Fassaden bilden das Wahrzeichen der Insel. Die Häuserzeilen werden traditionell zwischen Weihnachten und Neujahr in wechselnden Farben jährlich neu gestrichen. Auf Grund der Witterung ist das auch von Nöten, da sonst die Farben nicht lange genug so schön leuchten würden. Und für alle Farbfabrikanten ist und bleibt diese Tradition natürlich ein lukratives Geschäft.

Königin-Emma-Brücke

Ein weiteres Highlight der Stadt ist die Königin-Emma-Brücke oder auch „Swinging Old Lady“ genannt. Sie verbindet die Stadtviertel Punda und Otrabanda miteinander. Die Königin-Emma-Brücke zählt allerdings nicht zum Weltkulturerbe, da sie kein Bauwerk ist, sondern eher ein Boot. Die Brücke liegt auf 16 Pontons und ist nur für Fußgänger und Radfahrer zugelassen. Immer wenn ein Schiff die Sint Anna Baai passieren möchte, wird die gesamte Brücke zur Seite gefahren. Selbst die größten Tanker können hier durchfahren und von der bunten Handelskade aus bestaunt werden. Kurz bevor die Brücke zur Seite schwingt ertönt ein Klingeln, das Signal, entweder noch schnell über die Brücke zu laufen oder aber auch einfach auf ihr stehen zu bleiben. Wer nicht warten möchte, bis man die Brücke wieder überqueren kann, denn das kann auch mal bis zu einer Stunde dauern, kann die kostenlose Fähre benutzen, um in den anderen Stadtteil zu gelangen.

Königin Emma BrückeCuracao Willemstad Brücke

Wir hatten Glück, denn als wir die Brücke erreichten, konnten wir bequem nach Punda schlendern. Von hier aus hat man schon einen tollen Ausblick auf die pastellfarbenen Kaufmannshäuser. Eins ist schöner als das Andere. Pink, Gelb, Grün – ich liebe es so bunt! 🙂

Am Abend stelle ich mir die Königin-Emma-Brücke allerdings noch viel schöner vor, denn dann soll sie bunt beleuchtet sein. Leider konnten wir das nächtliche Farbenspiel nicht sehen, da wir schon um 19.00 Uhr auf dem Schiff sein mussten und den Hafen wieder verlassen haben.

Der schwimmende Markt

Nachdem wir die Brücke überquert hatten, sind wir nach links die Uferstraße entlang der Handelskade gegangen und kamen direkt zum schwimmenden Markt. Hier verkaufen Händler aus dem nahen Venezuela ihre frischen Waren. Vor ihren Booten bauen sie entlang der Straße ihre Stände auf. Am Ende der Straße befindet sich noch eine große Markthalle.

Schwimmender Markt Curacao

Von hier aus sind wir weiter durch die kleinen Gassen der Stadt gelaufen. Gemütliche Cafés und Geschäfte reihen sich aneinander und der typische Curacao-Schriftzug darf natürlich auch nicht fehlen. Außerdem findet man das Wort „Dushi“ in großen Buchstaben. Auf Curacao wird Holländisch und Papiamentu gesprochen, eine kreolische Sprache, die seit 2007 zweite Amtssprache der Insel ist. Ein wichtiges Wort auf Papiamentu ist „dushi“, was einem überall begegnet. Es lässt sich nicht wörtlich übersetzen, bedeutet aber so viel wie „süß“ und ist in jedem Falle positiv. Dushi kann nahezu alles sein. Zum Beispiel kann man auch mit Dushi angesprochen werden, was dann so viel wie „Schatzi“ bedeutet.

Es ist fast Mittag als wir zurück zum Schiff gehen. Am Wegesrand auf den Mauern oder in den grünen Büschen sieht man außerdem überall die auf Curacao heimischen Leguane. Die „Iguanas“ sind hier entweder giftgrün oder blass graugrün und können bis zu zwei Meter lang werden. Obwohl Leguane eher scheue Tiere sind, liegen sie hier ganz ruhig in der Sonne und man kann sie gut beobachten. Apropos Sonne, man merkt jetzt so richtig wie heiß die Sonne brennt. Gerade ich, mit meiner Pergamenthaut vom Peeling am Vortag, hüpfe von Stand zu Stand und verstecke mich im Schatten. 😀 Zum Glück hatten wir für den Nachmittag einen Ausflug zum Beachhopping geplant – endlich wieder abkühlen!

Curacao Leguan

Strandhopping

Einmal schnell in Bikini und Strandkleid geschmissen und dann wartete schon ein großer Reisebus auf uns. Ein TUI Guide begleitete wieder die Tour und kündigte circa eine halbe Stunde Fahrt bis zum ersten Stopp an der Playa Porto Mari an. Unser Ausflug war mit insgesamt zwei großen Reisebussen unterwegs. Allerdings wurde es so abgestimmt, dass der andere Bus erst zum Grote Knip Beach fährt und dann zur Playa Porto Mari und unser Bus die Tour genau andersrum macht, so dass nicht zu viele Menschen auf einmal den Strand stürmen – Sehr gut! 🙂

Playa Porto Mari

Der Porto Mari Beach liegt auf einem Privatgrundstück, so dass man für den Besuch Eintritt zahlen muss. Dieser war bei unserem Ausflug schon inkludiert. Außerdem standen hier Liegen bereit, die wir mit unserem „Bändchen“ kostenfrei nutzen konnten. Im Bus wurden zudem Getränkemarken verteilt, die man in der kleinen Strandbar einlösen konnte. Der Strand war schon vor unserer Ankunft gut besucht, so dass es gar nicht mehr so leicht war drei freie Liegen zu finden. Wir hatten aber noch Glück und fanden sogar welche im Schatten.

Porto Mari Beach

Die Playa Porto Mari ist ein naturbelassener Strand mit ganz klarem türkisblauem Wasser. Allerdings liegen im Sand auch viele Korallen, weshalb ich Badeschuhe empfehlen würde. Über einen Steg mit Leitereinstieg kann man aber auch direkt in tieferes Gewässer gelangen. An der Playa Porto Mari befindet sich eine Tauchbasis, wo man sich eine Tauchausrüstung leihen kann. Das besondere hier ist ein Doppelriff mit einer Sandfläche dazwischen, was besonders für Tauchanfänger gut geeignet ist. Wir haben es uns aber einfach nur im Wasser gut gehen lassen und sind ein wenig umher geschnorchelt.

Grote Knip Beach Panorama
Grote Knip Beach

Nach 1,5 Stunden Aufenthalt ging es weiter zu unserem zweiten Strand, dem Grote Knip Beach, oder auch Grote Kenepa Beach. Bis zu diesem Strand war es nochmal eine gute halbe Stunde Fahrtzeit. Auf dem Weg dorthin gab uns unser Guide noch ein paar Informationen zur Insel und wir hielten kurz am Rande eines Salzsees, wo wir ein paar freilebende Flamingos sehen konnten. Auf Curacao sind mehr als 168 Vogelarten beheimatet, darunter auch Flamingos. Die eigentliche Rast- und Futterstelle der karibischen Flamingos liegt im Südosten der Insel bei den Salinas in Jan Thiel. Auf dem Gebiet des Naturreservats befinden sich riesige weiße Salzseen, wo neben der größten Flamingokolonie der Insel auch Pelikane, Papageien und verschiedene Sitticharten leben.

Vom Parkplatz aus hat man schon einen wunderschönen Blick auf die Bucht. Das Wasser leuchtet richtig schön Türkis. Der Grote Knip Beach ist einer der schönsten und berühmtesten Strände der Insel und ziert somit viele Postkarten. Er ist sowohl bei Einheimischen, als auch bei Touristen sehr beliebt und ist trotzdem nicht überlaufen. Dagegen war es am Porto Mari Strand wesentlich voller, was aber auch daran liegen kann, dass er schmaler ist als der Knip Beach. Es gibt auch noch den Kleine Knip Beach, nur einen Kilometer entfernt, und ist, wieder Name schon sagt, ein wenig kleiner.

Grote Knip Beach Wasser

Am Grote Knip Beach gibt es ebenfalls eine kleine Snackbar sowie die Möglichkeit sich eine Liege zu mieten. Das Angebot ist aber übersichtlicher, mit weniger Liegen als an dem anderen Strand. Außerdem ist er kostenlos! Man kann viele Einheimische beobachten, wie sie von den Klippen der Grote Kenepa springen. Sie kennen sich gut aus und wissen genau wo das Wasser tief genug ist. Wir haben uns wieder der Unterwasserwelt gewidmet und sind schnorcheln gegangen. Entlang der Felsen sind einige kleinere Fische zu sehen, Größere haben wir aber nicht gesehen. Und auch für Taucher eignet sich dieser Strand nicht so gut, da man erst eine längere Strecke raus schwimmen muss. Das Riff beginnt dann in 20 Meter Tiefe. Für den Strand und die ersten Schritte ins Wasser sollte man unbedingt an Badeschuhe denken. Hier liegen wirklich sehr viele kleine Korallen, die ganz schön wehtun können!

Knip Beach

Zurück im Bus musste sich der Busfahrer ganz schön beeilen, damit wir noch rechtzeitig wieder am Schiff ankommen. Wir waren die letzten Gäste, die noch gefehlt haben. Gut, dass die Guides immer in Kontakt mit der Crew an Bord stehen und Bescheid geben können, wenn man sich ein wenig verspätet. Wäre man auf einer externen Tour oder auf eigene Faust unterwegs und würde zu spät kommen, dann kann es auch passieren, dass das Schiff ohne einen weiterfährt und man dann auf eigene Kosten zum nächsten Hafen reisen muss. Also immer gut auf die Abfahrtszeiten achten! 🙂

Reisetagebuch Karibik-Kreuzfahrt

1. Teil: Anreise & Barbados
2. Teil: Der erste Seetag
3. Teil: Martinique
4. Teil: Guadeloupe
5. Teil: St. Lucia
6. Teil: Grenada & der zweite Seetag
7. Teil: Curaçao
8. Teil: Bonaire (coming soon)
9. Teil: …

Beachhopping auf Curacao

4 Kommentare

  1. Bianka
    16. August 2017 / 23:08

    Hallo Nini, ich bin total begeistert von deinen Reiseberichten. Es macht mir so viel Spaß, die ganze Kreuzfahrt auf deinem Blog noch mal Revue passieren zu lassen. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Inseln! Liebe Grüße!

    • 17. August 2017 / 8:38

      Jaaa, das freut mich! 🙂 Als nächstes kommt Bonaire ♥

  2. Sebastian
    15. Oktober 2017 / 15:00

    Hallo!

    Auch ich bin sehr begeister von deinen Berichten.
    Wir starten im Dez unsere Kleine Antillen Kreuzfahrt und sind schon sehr gespannt.
    Ebenso auf weiteres von dir zu lesen.

    Grüße aus dem Ruhrpott

    • 15. Oktober 2017 / 15:18

      Ohhhh wie toll! Da wünsche ich euch jetzt schon ganz viel Spaß 🙂
      Und meine Berichte gehen natürlich auch weiter 😊

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