Grenada: Die bunte Gewürzinsel & der zweite Seetag

St. George’s

Grenada, auch die „Gewürzinsel der Karibik“ genannt, ist die südlichste der „Inseln über dem Winde“. Die Hauptstadt St. George’s zählt zu den schönsten Hafenstädten der Karibik. Hier kann man malerische Kolonialarchitektur bewundern, die Kaipromenade entlang schlendern, vorbei an schönen, historischen Lagerhäusern und den bunten Marktplatz und die Gewürzhallen besuchen. Überall riecht es nach Muskat, Zimt oder Vanille – daher auch Grenadas Zweitname 😉 Übrigens ist Grenada weltweit einer der wichtigsten Muskatnuss Produzenten. Also wo, wenn nicht hier ein paar Gewürze mitnehmen?

Für heute haben wir einen Ausflug geplant, auf den ich mich mit am meisten gefreut habe. Wir werden nämlich unter anderem einen Unterwasser-Skulpturenpark besuchen. Ich hatte schon oft Bilder von solchen Museen unter Wasser bei Pinterest gesehen und war gespannt, so einen Ort selbst zu entdecken. Erstmal hatten wir am Vormittag aber noch Zeit die Hauptstadt Grenadas, St. George’s, zu erkunden, denn der Ausflug war erst für den Nachmittag geplant.

Grenada Hafen

Die zwei Teile der Hauptstadt von Grenada

St. George’s ist mehr oder weniger in zwei Teile geteilt. Ein Berg teilt die Stadt. Auf der einen Seite liegt der geschäftige Teil, mit dem modernen Kreuzfahrtschiffhafen, Märkten und Geschäften, auf der anderen Seite befindet sich der Carenage, der Binnenhafen von St. George’s. Hier liegen Yachten und kleine Fischerboote, die ihren frisch gefangen Fisch direkt vom Boot verkaufen und verladen. Außerdem säumen kleine Bars und Restaurants die Straßen des ruhigeren Stadtteils. Um jeweils auf die andere Seite zu gelangen muss man entweder über den Berg drüber laufen oder aber den berühmten Sendall Tunnel durchqueren.

Hoch oben auf dem Berg befindet sich eine anglikanische Kirche und man hat einen tollen Blick auf die ganze Stadt. Bei der karibischen Hitze ist dieser Weg auf die andere Seite der Stadt gar nicht mal so easy. Die Straßen sind hier sehr steil und schmal und werden von den Einheimischen abenteuerlich befahren. Fußgänger laufen kreuz und quer – natürlich gibt es keinen richtigen Fußweg. Hier muss man wirklich aufpassen!

Der Sendall Tunnel

Wem das zu anstrengend klingt, kann durch den Sendall Tunnel laufen und muss dabei keinen einzigen Höhenmeter zurücklegen. Ganz so unspektakulär ist der Tunnel dann aber auch nicht. Er wurde 1894 erbaut, ist gut 105 Meter lang und nur 2,70 Meter hoch. Der eigentliche Knackpunkt liegt allerdings darin, dass sich Autos und Menschen den Tunnel teilen. Das bei der Fahrweise hier, hat meinen Puls schon etwas in die Höhe schnellen lassen. Ich war froh, als ich auf der anderen Seite wieder im Freien stand. 😀

Sendall Tunnel St Georges

Ich empfehle aber eigentlich einfach beide Wege zu verbinden. Das ist am praktischsten, weil so alle Highlights der Stadt auf einer Strecke liegen. Wir haben das auch so gemacht. Gleich rechts, wenn man aus dem Kreuzschifffahrtshafen kommt, befindet sich der Sendall Tunnel, durch den man zum Carenage kommt. Dort kommt man direkt am York Haus vorbei, das das Parlament Grenadas beherbergt, und kann dann an der Kaimauer entlang schlendern, die Kolonialbauten bewundern und die Fischer auf ihren Booten beobachten. Außerdem solltet ihr auch schon mal einen Blick ins Wasser werfen, denn hier tummeln sich viele bunte und sogar richtig große Fische.

Grenada CarenageGrenada St Georges CarenageGrenada Muscheln

Irgendwann sind wir dann in eine der Gassen abgebogen und geradewegs den Berg hochgelaufen. Hier kann man die anglikanische Kirche eigentlich gar nicht verfehlen, da sie am höchsten Punkt gelegen ist. Über die steile Hauptstraße sind wir dann direkt an den großen Marktplatz gelangt und sind weiter am Hafen zum Fischmarkt gelaufen. Direkt neben dem Fischmarkt befindet sich auch ein großer Busterminal, von wo aus viele Landausflüge starten und man mit dem Bus zu den nahe gelegenen Stränden fahren kann.

Straßen von GrenadaMarkt Grenada

Giganten im Hafen

Auf dem Weg zurück zum Schiff muss man durch den neu gebauten Hafenterminal, in dem viele kleine Souvenirgeschäfte sind. Vor dem Hafengebäude standen Musiker, die die Gäste mit karibischer Musik begrüßten. Dort wird einem auch nochmal bewusst, wie gigantisch das TUI Mein Schiff 5 ist. Direkt neben uns lag noch ein zweites Kreuzfahrtschiff, was allerdings deutlich kleiner war. Am Morgen beim Frühstück saßen wir am Fenster mit direkten Blick auf das andere Schiff und ich hatte das Gefühl, dass es noch viel größer war als unseres. Jetzt konnte ich mich vom Gegenteil überzeugen. 😀 Man fühlt sich richtig winzig, wenn man bis nach oben zur Kommando-Brücke schaut.

Schiffe im Hafen von Grenada

Unterwasser-Skulpturenpark auf Grenada

Kurz nach Mittag machten wir uns auf den Weg zum Treffpunkt auf dem Schiff und folgten dann unserem Scout nach draußen. Der Anleger für unseren Katamaran war direkt neben den beiden großen Schiffen, so dass wir nur einen ganz kurzen Fußweg hatten. Allerdings hat man hier schon gemerkt, wie heiß die Sonne heute war. Gerade beim Schnorcheln muss man unbedingt aufpassen, dass man sich da nicht verbrennt, wenn man immer nur so an der Wasseroberfläche herumdümpelt. 😛

Der erste Teil von unserem Ausflug war also der Besuch des Unterwasser-Skulpturenparks von Grenada und der zweite Teil war dann ein Strandaufenthalt am berühmten Grand Anse Beach. Nur knapp 30 Minuten dauerte die Fahrt mit dem Katamaran bis zu unserem Schnorchel-Stopp in der Moliniere Bay. Kurz vorher verteilte die Crew schon die passenden Taucherbrillen und Schnorchel, erklärten auch wie wir sie reinigen und danach benutzen sollen, um ein Beschlagen der Brille von Innen zu vermeiden. Wer wollte konnte sich natürlich Flossen oder auch eine Schwimmweste nehmen – Praktisch für alle die sich entweder noch etwas unsicher beim Schnorcheln fühlen, oder sich einfach nur ganz entspannt treiben lassen wollen. Mich allerdings würde so eine Schwimmweste nur stören, da ich gerne auch mal etwas nach unten tauche.

Nach und nach sprangen die ersten dann (endlich) ins kühle Wasser und bildeten kleine Gruppen. Jede Gruppe bekam einen Guide, der dann vorweg schwamm, einen durch den „Park“ führte und noch interessante Informationen gab. Zu manchen Skulpturen gibt es sogar kleine Geschichten. Es gibt eine Jesus-Figur, eine Frau die an einem Schreibtisch sitzt und einen Liebesbrief zum Abschied schreibt, und auch den Menschenkreis, wo sich die einzelnen Figuren an den Händen halten. Außerdem gab der Guide Tipps, wie tief die einzelnen Statuen liegen und welche man auch beim abtauchen erreichen kann. Die Tiefe unterschätzt man nämlich schon ein wenig. Einige sahen so nah aus, dabei lagen sie einige Meter tief.

Unterwasserskulpturenpark Grenada

Zwischendurch schwammen immer mal wieder ein paar kleinere oder auch größere bunte Fische an einem vorbei. Ich fand es wirklich faszinierend dieses Museum unter Wasser zu entdecken. Übrigens ist dieser Skulpturenpark von Grenada einer der ersten weltweit gewesen und wurde im Herbst 2007 eröffnet. Der Verantwortliche ist der englische Künstler Jason Caires Taylor. Die Fläche auf der die mittlerweile über 80 Gipsobjekte stehen misst mehr als 800 Quadratmeter. Gedacht sind die Figuren unter anderem, um als künstliche Riffe zu dienen. Durch die ständige Strömung kann sich das Aussehen  permanent verändern. So erscheinen die Figuren fast ein wenig lebendig – so jedenfalls der Gedanke dahinter!

Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, auch einmal so einen Skulpturenpark zu besuchen! Mittlerweile gibt es diese überall auf der Welt, zum Beispiel auch in Mexico oder vor Lanzarote.

Grand Anse Beach Katamaran
Grand Anse Beach

Kommen wir nun also zum entspannten Teil des Ausfluges. Das Schwimmen mit Flossen ist für mich, als nicht wirklich regelmäßiger Schnorchler, ziemlich anstrengend und geht irgendwann ganz schön auf die Schienbeine. Ich weiß nicht, vielleicht mache ich ja auch irgendwas falsch?! 😀 Es macht trotzdem unheimlich viel Spaß.

Nachdem alle zurück auf den Katamaran gefunden haben, ging es zur Südwestküste Grenadas, wieder vorbei an unserem TUI Mein Schiff 5. Der Grand Anse Beach ist mit 3 Kilometern Länge, der Längste und Bekannteste der Insel. Mit dem Auto sind es von der Hauptstadt St. George’s nur ca. 10 Minuten. Hier findet man die meisten Hotels und auch viele Bars und Restaurants. Trotzdem ist der Strand keineswegs überlaufen. Manche Abschnitte scheinen sogar geradezu menschenleer.

Das Wasser am Grand Anse Beach ist wunderschön klar und türkisblau. Man braucht auch nicht zwingend Badeschuhe, wie an vielen anderen Stränden in der Karibik. Hier ist der Sand sehr fein. Perfekt also, um den Tag auf Grenada entspannt ausklingen zu lassen. Vereinzelt findet man eine schattenspende Palme, weit und breit keine Massenansammlung von Liegen. Traumhaft. Hier kann man noch das richtige Karibikfeeling genießen!

Auf unserem Katamaran gab es natürlich auch während der ganzen Zeit kalte Getränk und auf der Rückfahrt einen kleinen Snack. Während wir am Strand waren, brachte uns die Crew sogar die Getränke ins Wasser. Der bekannte Rum Punch wurde auch wieder verteilt, wovon wir dieses Mal lieber nur einen Becher getrunken haben 😛 Nach 2,5 Stunden Strand ging es dann wieder Richtung Hafen.

Grenada Strand WasserGrand Anse Beach

Grenada Sonnenuntergang
Unser zweiter Seetag

Der siebte Tag unserer Kreuzfahrt war wieder ein Seetag. Wir ließen die Inseln über dem Winde hinter uns und fuhren weiter Richtung Westen. Unser nächstes Ziel waren die ABC- Inseln, also Aruba, Bonaire und Curacao. Diese Inselgruppe gehört zu den karibischen Inseln unter dem Winde und geologisch gesehen zu der Südamerikanischen Kontinentalplatte. Auf Grund ihrer Lage stehen die Inseln nicht unter dem Einfluss des Nordost-Passats und liegen somit außerhalb des Hurrikan-Gürtels. Hier lässt sich das ganze Jahr über Urlaub machen. Der Temperaturunterschied zwischen Sommer und Winter beträgt gerade mal 2,5 Grad. Die Regenwahrscheinlichkeit ist gleich Null. Falls es doch mal regnet, dann nur sehr kurz. Deshalb sind auch die Landschaften der Inseln sehr karg und wüstenartig.

Aruba und Curaçao sind autonome Länder innerhalb des Königreichs der Niederlande, Bonaire gehört als „Besondere Gemeinde“ direkt zum Land Niederlande.

Auf unserem Weg mit dem Schiff konnte man deutlich merken, wie das Wetter von Tag zu Tag stabiler und heißer wurde. Während wir an den ersten paar Tagen abends noch eine Strickjacke an Deck brauchten, sind die Werte an unserem zweiten Seetag auch abends noch angenehm warm. Jetzt macht auch der Besuch der Außenalsterbar so richtig Spaß. 🙂

Tagsüber wird es richtig heiß. Da kann man wirklich froh sein, wenn man so einen großen Pool wie auf der Mein Schiff 5 hat und sich gefühlt alle 2 Minuten abkühlen gehen kann. Ich hatte außerdem wieder eine Anwendung in dem Spa Bereich. Diesmal sollte es ein Ganzkörperpeeling mit Maske und anschließender Massage sein. Klingt erstmal ganz gut und ist es theoretisch auch. Allerdings wurde das Peeling bei mir von einer Asiatin gemacht, die es etwas zu gut mit dem Abpeelen meinte. Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl, dass ich gar keine Haut mehr an meinem Körper hatte. 😀 Nun denn, so schnell lasse ich definitiv nicht wieder jemanden ein Peeling bei mir machen. Den Rest des Tages genossen wir auf dem Pooldeck und später beim Dinner in einem der beiden à la carte Restaurants.

Reisetagebuch Karibik-Kreuzfahrt

1. Teil: Anreise & Barbados
2. Teil: Der erste Seetag
3. Teil: Martinique
4. Teil: Guadeloupe
5. Teil: St. Lucia
6. Teil: Grenada & der zweite Seetag
7. Teil: Curaçao
8. Teil: Bonaire
9. Teil: …

Highlights Grenada

4 Kommentare

  1. Linchen
    14. August 2017 / 15:11

    Oh wie schön du alles beschreibst!
    Ich liebe es, deine ‚Berichte‘ zu verfolgen, alles genau nach meinem Geschmack!
    Wir machen nächstes Jahr fast die gleiche Tour mit mein Schiff (ab/bis dom.Rep.) und ich bin schon fleißig auf Inspirationssuche 😀
    Was mich mal interessieren würde, habt ihr oft lange Kleidung gebraucht? Du schreibst ja, dass man anfangs abends ein Westchen braucht. Wie siehts aus mit Jeans/langen Hosen aus; beim Essen zB?
    freue mich auf die weiteren Einträge von dir!

    • 14. August 2017 / 19:03

      Ohh, das freut mich zu hören 🙂 und du kannst dich meeega auf die Reise freuen! Die Route ist echt traumhaft schön.
      Für Männer gilt in den Restaurants abends generell „lange-Hosen-Pflicht“, als Frau muss man das nicht, aber die Klimaanlage ist teilweise schon echt kühl. Vor allem in dem Theater kann einem im Kleidchen schnell mal frisch werden. Auch an Deck kann es durch den Wind um Guadeloupe, St. Lucia Co. kälter sein. Wenn man dann trotzdem zur Party auf dem Pooldeck will, braucht man etwas Langärmeliges. Ich würde also auf jeden Fall eine leichte Strickjacke einplanen und, je nach dem wie empfindlich man bei einer Klimaanlage ist, auch eine lange Hose. Tagsüber brauchst du aber definitiv nichts Langes! 🙂
      Und jetzt stehen bei mir ja auch erst noch die richtig „heißen“ Inselberichte und meine Lieblingsausflüge an – Curacao, Bonaire, Aruba. Hier bleibt es dann auch abends schön warm.

      • Linchen
        14. August 2017 / 23:51

        Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, ich bin schon ganz gespannt wies weiter geht bei dir!
        Freue mich,
        Ganz liebe Grüße 😊

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